Schuharten

Erstaunlich zeitlose Schuhmode vor über 7000 Jahren

Sieht man im Online-Shop Schuhe wie diese einfachen Sandalen mit Zehensteg, aus Baumwolle und Bast gearbeitete Espadrilles oder die aus einem Lederstück hergestellten Mokassins, handelt es sich natürlich um die topaktuelle Schuhmode der Saison. Und doch richtet sich der Blick bei der Betrachtung solcher Schuhe zugleich auf eine weit zurückliegende Zeit. Denn die Materialien, Pflanzenfasern und Tierhäute, sowie die genannten Schuharten bestimmten bereits vor Jahrtausenden die Fußbekleidung. So erscheinen uns selbst die rund 7500 Jahre alten Bastsandalen oder die etwa 5500 Jahre alten Lederschuhe, die in den USA und Armenien als älteste Schuhe der Welt ausgegraben wurden, erstaunlich vertraut. Was daran liegen könnte, dass sich eigentlich nur eines wirklich verändert hat: unsere Einstellung zu Schuhen.

Früher zählte allein der praktische Nutzen der Schuhe

Tamaris Damen Sandalen/Fashion-SandalenFür uns spielen modische Aspekte die maßgebende Rolle, wenn wir im Online-Shop neue Schuhe kaufen. Die Pumps etwa müssen bequem sein, aber die Form dieses Halbschuhs oder die Form und Höhe seines Absatzes müssen ebenfalls in die Zeit passen. In früheren Zeiten kam es dagegen allein auf den praktischen Nutzen an. Schuhe sollten vor Kälte und Verletzungen schützen. High Heels mit zehn Zentimeter hohen Absätzen wären für unsere Vorfahren auf der Jagd ungefähr so praktisch gewesen wie lose Pantoletten. Mit Boots und Snowboots hätten hingegen auch Jäger und Sammler etwas anfangen können.

Die Entstehung der Schuharten

Doch Mode und praktischer Nutzen sind keinesfalls immer Gegensätze. Tatsächlich beeinflussten Notwendigkeiten, die durch Klima, Lebensweise und Umwelt vorgegeben werden, die Entwicklung angepasster Fußbekleidung. So erst entstanden die unterschiedlichen Schuharten. Plateauschuhe sind ein gutes Beispiel, um diesen Einflüssen auf die Spur zu kommen. Für uns sind die mit dicken Sohlen versehenen Schuhe eine immer wiederkehrende Modeerscheinung. Ihren Ursprung aber haben sie in einer reinen Notwendigkeit: Die Menschen entwickelten Plateauschuhe, damit sie nicht durch Wasserlachen waten mussten.

Vom Arbeitsschuh zur modischen Fußbekleidung

Auch die Arbeitswelt beeinflusste die Schuhmode. Clogs waren vielerorts nichts anderes als hausgeschnitzte Arbeitsschuhe für die Landbevölkerung. Reiter und Militärs schützten ihre Kleidung durch den hohen Schaft von Stiefeln vor Dreck. Später wurden daraus Damenstiefel und feine Stiefeletten. Nicht anders verhielt es sich mit Cowboystiefeln, die heute als Westernstiefel mit Verzierungen und Lederapplikationen zu wahren Schmuckstücken mutiert sind. In gewissen Gegenden der USA werden sie sogar zum Anzug getragen. Und das selbst bei Anlässen, zu denen der europäische Mann nur auf Budapester vertrauen würde, weil man schließlich auf Sylt auch nicht in Gummistiefeln zum Event geht.

Passende Schuhe im Einklang mit dem Dresscode

Womit wir bei der Stilfrage wären. In der Mode gilt heute der Grundsatz: Erlaubt ist, was gefällt. Allrounder wie Sneaker werden fast überall als passend empfunden. Und doch müssen Menschen oft einen strengeren Alltagsdresscode beachten. Sportschuhe auf dem Weg ins Büro, das ist bequem und kein Problem. Am Arbeitsplatz wird jedoch eine feinere Form von Halbschuh oder Stiefel erwartet. Immerhin sind den Damen im Sommer Sandaletten, Pantoletten und Ballerinas erlaubt. Bei den Herren bleiben offene Schuhe allerdings dem Freizeitbereich vorbehalten, so dass gerade noch Slipper als angemessen durchgehen können.